Bildung & Integration durch Bilderbücher

Die Situation in der Welt

In einem 2017 veröffentlichten Magazin der Hilfsorganisation «Save the Children» wird erwähnt, dass weltweit rund 250 Millionen Kinder noch immer nicht richtig lesen können. Dabei sei Bildung lebensrettend.

«Dank früher Förderung haben Kinder später bessere Schulleistungen und höhere Bildungsabschlüsse», sagt Marianne Hochuli, Leiterin Bereich Grundlagen bei der Hilfsorganisation Caritas in einem 2017 erschienen Bericht über «Kinderarmut überwinden». Dies wirke späterer Armut entgegen.

…und in der Schweiz?

Sogar in der wohlhabenden Schweiz leben 76 000 Kinder in Armut. Sie müssen oft auf

  • gesunde Ernährung
  • nach-schulische und kostenpflichtige Freizeit- und Sportaktivitäten sowie
  • Schulausflüge verzichten.

Meist haben sie zuhause infolge mangelnder oder schlechter Wohnverhältnisse nur wenig Ruhe und Erholung zum Lernen und Erledigen der Hausaufgaben.

Nur knapp oberhalb der Armutsgrenze leben 188 000 Kinder in der Schweiz. 234 000 Kinder sind insgesamt armutsgefährdet und 35 000 Kinder leben in überbelegten, feuchten oder zu dunklen Wohnungen. (Quelle: Bundesamt für Statistik, November 2016)

Somit ist jedes 8. Kind in der Schweiz von Armut betroffen oder bedroht. «Das heisst: In jeder Schulklasse gibt es durchschnittlich ein von Armut betroffenes und zwei armutsgefährdete Kinder. Das Total aller armutsbetroffenen Kinder entspricht der Bevölkerung der Stadt St Gallen», so Marianne Hochuli.

Eine von Armut betroffene Familie muss mit weniger als 20 Franken pro Tag und pro Person für Essen, Kleidung, Energie, Hygiene, Mobilität, Kommunikation, Unterhaltung und Bildung über die Runden kommen.

Wie aber kann es sein, dass Kinder hierzulande arm sind? Mitschuld haben hohe Kinderkosten, mangelnde Möglichkeiten, Beruf und Familie zu vereinbaren und eine lückenhafte Existenzsicherung für Kinder.

Nicht nur arme oder armutsgefährdete Kinder sind in ihrem Start ins Leben benachteiligt, auch asylsuchende Kinder. «Sie gehören zu den am stärksten benachteiligten Kindern in der Schweiz», sagt Larissa Mettler, Direktorin Nationale Programme bei «Save the Children». Laut dem Jahresbericht der Organisation von 2016 beantragten über 9 000 Kinder in der Schweiz Asyl. Per Ende 2017 waren im Kanton Zürich 4 860 unter 7-Jährige vorläufig aufgenommene Flüchtlinge gemeldet.

Die Situation in Deutschland

«Ein Drittel aller nach Deutschland einreisenden Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche. Nach Schätzungen leben mehr als 65 000 Flüchtlingskinder mit unsicherem Aufenthaltsstatus in Deutschland.» Zu diesem Ergebnis kommt die UNICEF in ihrem 2014 erschienenen Bericht «In erster Linie Kinder». Hinzu kommen rund 1.64 Millionen Jungen und Mädchen, die laut der Bundesagentur für Arbeit auf Hartz IV angewiesen sind.

Von Armut betroffene Kinder haben schlechtere Bildungsaussichten und können weniger an sportlichen und kulturellen Freizeitaktivitäten teilnehmen. DIE BUCHPATEN wenden sich daher in Kooperation mit caritativen Einrichtungen, den zuständigen Behörden, Gemeinden und Kindergärten direkt an diese Zielgruppe. 

Bildung & Integration durch Bilderbücher

In einer Umfrage der Caritas bei den Kantonen wurde festgestellt, dass im Bereich der Bildungsförderung besonders bei jungen Kindern noch viel zu wenig gemacht wird. Dabei wird das Armutsrisiko erheblich verkleinert, wenn man Kinder noch vor der Schule zu fördern beginnt. Denn: Bildung ist der Weg aus der Armut. Dies wird aus der Armutsstatistik ersichtlich: Sie besagt, dass ca. 60% aller Sozialhilfebezüger über keine Berufsausbildung verfügen. Deshalb haben es sich DIE BUCHPATEN zum Ziel gemacht, Kinder gezielt vom Kindergarten an in ihrer Bildung und Integration zu fördern. Dies tun sie mit Bilderbüchern.

Weshalb Bilderbücher?

Bilderbücher sind ein niederschwelliges Angebot, das die Begeisterung fürs Lesen wecken kann. Kinder und Erwachsene können durch die Kraft der Bilder die Geschichte nachvollziehen, selbst wenn sie den Text nicht vollständig verstehen. Umso wichtiger ist diese Tatsache, da eine erhebliche Anzahl der sozial benachteiligten Familien in der Schweiz einen fremdsprachigen Ursprung haben. So erhalten sie einen spielerischen Zugang zur deutschen Sprache. Und noch dazu: Bilderbücher sind sinnlich und unterhaltsam!

Mitmachlesungen

Im Zentrum der Aktivitäten von DIE BUCHPATEN steht der direkte Kontakt zu den Kindern und ihren Familien. Die Kinder erhalten regelmäßig Buchgeschenke. Für alle Kinder – seien es Migranten, Schweizer oder Deutsche – können Bilderbücher ein Schlüssel zum Spracherwerb und zum Einstieg in die Welt der Bücher und des Lesens sein. In den Mitmachlesungen erfahren die Kinder und ihre Eltern Zuwendung und Wertschätzung.